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Die Kirschen- und Erdbeerenernte ist nun weitestgehend abgeschlossen und schon beginnen die Zwetschgen und Pflaumen zu reifen. Das Zwetschgensortiment ändert sich nun fast wöchentlich und eine Lieblingssorte ist schwer zu ermitteln.
Doch können sich die Zwetschgenfreunde Dank des umfangreichen Sortiments bis Ende Oktober an den aromatischen und sonnengereiften Früchten erfreuen. Mit den frühen Sorten, wie `Ruth Gerstetter´, `Ersinger´ oder `Katinka´ beginnt die Zwetschgensaison. Ab Mitte August beherrscht die altbekannte `Bühler Frühzwetschge´ die Obstregale und Marktstände, doch finden die Verbraucher beim heimischen Direktvermarkter auch weniger bekannte Sorten. Diese heißen zum Beispiel `Felsina´, `Tegera´ oder `Zimmers´ oder haben eine gelbe Schale wie die neuere Sorte `Tipala´.
Während sich die frühen Sorten eher zum Frischverzehr oder zur Nachspeise als Kompott eignen, folgen mit den späteren Sorten, wie `Hanita´, `Jojo´ oder `Hauszwetschge´ die idealen Früchte für Zwetschgenkuchen und Marmelade. Diese Sorten sind gut steinlösend, bleiben beim Backen und Kochen süß und, was speziell beim Zwetschgendatschi wichtig ist, sie zerfallen nicht beim Erhitzen, sondern behalten ihre Form.
Spät im Herbst beenden die Sorten `Tophit´, `Elena´ `Presenta´ oder die fast hühnereigroße `Präsident´ das Zwetschgenjahr.
Diese Sortenvielfalt findet sich aber nur bei den Direktvermarktern im Landkreis. Entweder ab Hof oder auf dem Wochenmarkt. Unter www.natur-von-hier.de oder im Direktvermarktermagazin des Landkreises findet jeder Kunde einen Erzeuger in seiner Nähe. Die Broschüre kann kostenlos unter der Telefonnummer 07191 / 895-4210 oder 07191 / 895-4233 angefordert werden.
Aber nicht nur der Geschmack macht die Zwetschge so beliebt, auch ihre Inhaltsstoffe haben es in sich! Neben natürlichem Fruchtzucker und den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen sind besonders der Gehalt an Provitamin A sowie die Vitamine B 1, B 2 und C hervorzuheben. Bekannt sind Zwetschgen aber auch von alters her für ihre verdauungsfördernde Wirkung.
Kaum eine andere Frucht lässt sich derart vielseitig zubereiten, wie die Zwetschge - die Variationsmöglichkeiten sind kaum zu überblicken. Ob klassisch als Kuchenbelag oder Pflaumenmus, ob als Kartoffelknödelfüllung oder süß-sauer eingelegt wie Kürbis als Beilage zum Braten, Zwetschgen bereichern jeden Speiseplan.
Weniger bekannt dürfte hingegen ein Gratin mit Zwetschgen sein: Hierzu werden 750 Gramm entsteinte Zwetschgen in eine gebutterte Auflaufform geschichtet. Übergossen mit einer Mischung aus insgesamt 150 Gramm Süß- und Sauerrahm lässt sich nach einer Backzeit von 20 Minuten bei 250 Grad eine ausgefallene Nachspeise servieren.
Oder wie wäre es mit einem ausgefallenen Zwetschgenchutney? Es gelingt immer und schmeckt gut. Hierzu benötigt man 2 kg Zwetschgen, 30 g Salz, 100 g frische Ingwerwurzel, 2 Knoblauchzehen, 1 Zwiebel, 1 EL gehackte Chillischoten, 0,25 l Obstessig, 1 kg brauner Zucker, Saft von 2 Limetten. Die Zwetschgen waschen, entsteinen und vierteln. Geschälten Ingwer, Chilli und Knoblauchzehen im Mörser zerstoßen, die Zwiebel in Würfel schneiden und alle Zutaten vermengen und 6 Std. ziehen lassen. Danach eine Stunde auf kleinster Flamme köcheln und heiß in Gläser füllen. So einfach lässt sich eine Soße herstellen, die sich gut hält und zu gegrilltem Geflügel oder Gemüse ausgezeichnet schmeckt.