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Erste Waldkönigin Baden-Württembergs inthronisiert


Am Tages des Baumes 2008:

 

In Königsbronn wurde Anne Reischmannn als Erste Waldkönigin für Baden-Württemberg, die „sympathische Botschafterin des Waldes“, inthronisiert und der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Am Freitag, dem 25. April, stellten die Landesvorsitzenden des Vereins Waldarbeitsmeisterschaften und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Herrmann Eberhardt und Ulrich Burr, im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung die erste baden-württembergische Waldkönigin in Königsbronn-Ochsenberg vor. Es ist Anne Reischmann, die 22 Jahre jung ist, gut mit der Motorsäge umgehen kann und Forstwirtschaft in Weihenstephan studiert. Sie ist Waldbesitzerin und Jägerin und stammt aus Achberg im Kreis Ravensburg, im südlichen Teil des Schwabenlandes gelegen.

„Die Waldkönigin, so Eberhardt, wird in den nächsten beiden Jahren repräsentative Aufgaben für den Wald wahrnehmen und die Forst- und Holzwirtschaft des Landes auf Fachmessen, Empfängen, Tagungen und Ausstellungen vertreten. Als sympathische Botschafterin für die Waldbesitzer und als Imageträgerin für alle im Wald Beschäftigten wird sie für den Wald, seine vielfältigen Funktionen und das Produkt Holz fachkundig und authentisch in der Öffentlichkeit werben“.

 

Träger der Idee sind der Verein Waldarbeitermeisterschaften Landesverband Baden-Württemberg e.V. und der Landesverband Baden-Württemberg der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V., ein seit vielen Jahren anerkannter Naturschutzverband. Da nüchterne Zahlen und Presseverlautbarungen nicht immer die von den mit, für und im Wald arbeitenden Organisationen gewünschte Aufmerksamkeit finden, erhoffen sich die Vorsitzenden der beiden Trägervereine, die die gesamten Kosten für die Waldkönigin und ihre Auftritte über Sponsoren und Gebühren abdecken können, mit dieser Sympathieträgerin mehr Wirkung in der Öffentlichkeit und auf der politischen Bühne für den Wald.

 

Als erste Amtshandlung im Anschluss an ihre Krönung pflanzte die Waldkönigin am Tag des Baumes gleich mehrere Walnussbäume. Mit den Worten „Es kann nie genug Bäume geben, täglich werden Bäume abgesägt und Flächen zubetoniert“ wies der SDW-Landesvorsitzende Ulrich Burr auf die langjährige Tradition der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hin, jedes Jahr am 25. April, dem bundesweiten Aktions-Tag des Baumes, Pflanzungen vorzunehmen.  In diesem Jahr waren es Walnussbäume, die im Mittelpunkt der Pflanzaktionen standen, ist dieser den ländlichen Raum prägende Baum doch im Jahr 2008 „Baum des Jahres“.

 

Der neuen und ersten Waldkönigin Anne Reischmann liegt die Funktion des Holzes als regenerativer Rohstoff und nahezu CO²-neutraler Energielieferant am Herzen. „Egal ob als Brennholzscheit, Pellet oder Hackschnitzel, Holz gibt beim Verbrennungsprozess immer nur soviel Kohlendioxid frei, wie es vorher im Laufe der Zeit auch aufgenommen hat“.  Außerdem, so die Waldkönigin, „sei die Walnuss mit ihren schönen Blütenständen im Frühjahr eine optische Bereicherung und trage zur Vielfalt / Biodiversität in unserer schönen Landschaft bei“.

 

Den SDW-Landesvorsitzenden freute es, dass an diesem Tage auch der Beginn einer Zusammenarbeit mit dem Unternehmen „Enterprise“ auf der Tagesordnung stand. Er verwies auf die an diesem Tage beginnende Kooperation zwischen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem internationalen Autovermieter Enterprise. Im Rahmen seines „50 Million Tree Pledge-Projektes“ beabsichtigt Nordamerikas größter Autovermieter dem SDW-Landesverband Baden-Württemberg erstmals im Herbst diesen Jahres für Wiederaufforstungsprojekte 50.000 Bäume zu spenden. Hinter dem „50 Million Tree Pledge“ von Enterprise Rent-A-Car steht die Idee, über einen Zeitraum von 50 Jahren 50 Millionen Bäume in allen Ländern zu pflanzen, in denen das Unternehmen tätig ist. Kooperationspartner für die Pflanzungen in Deutschland ist die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

 

Waldkönigin als fachkundige Image-Trägerin für den Wald

Im Herbst des vergangenen Jahres war die ehrenamtliche Stelle einer baden-württembergischen Waldkönigin ausgeschrieben worden. Der Verein Waldarbeitermeisterschaften e.V. und der Landesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. haben sich dazu zusammengefunden, um ähnlich wie bei den seit Jahren bekannten Weinköniginnen fachliches Wissen sympathisch in die Öffentlichkeit zu tragen. Ein eigens für die Wahl der baden-württembergischen Waldkönigin gebildetes Kuratorium aus Vorständen der beiden Trägerverbände entschied sich aus 11 Bewerbungen für Anne Reischmann, die die vorgegebenen Kriterien (u.a. Fachkunde, Waldbezug, Kommunikationsgeschick und Wohnsitz in Baden-Württtemberg) am besten erfüllt hat . Die erste Waldkönigin wird nun für zwei Jahre ehrenamtlich „regieren“. Dazu wurden ihr bei der Inthronisierung ihre Insignien in Form einer künstlerisch gestalteten Krone und ein Zepter überreicht. Die musikalische Umrahmung übernahm der Musikverein Achberg, in dem Anne Reischmann selber seit vielen Jahren mitspielt. Grußworte von Landrat Hermann Mader, Bürgermeister Michael Stütz (Königsbronn) und Dr. Johannes Aschauer (Achberg) rundeten die Zeremonie, die auch von der Volkstanzgruppe Schalkstetten bereichert wurde, ab.

 

Die ersten fünf Auftritte der neuen baden-württembergischen Waldkönigin in den nächsten Wochen sind schon vereinbart. Interessenten können einen Auftritt der Waldkönigin bei Veranstaltungen zum Thema Wald von Firmen, Verbänden, Verwaltungen und anderen Organisationen gegen eine Aufwandsentschädigung buchen.

 

Anfragen nimmt die Geschäftsstelle der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Baden-Württemberg, Königsträßle 74, 70597 Stuttgart, Tel. 0711 / 616032, E-Mail  info@sdw entgegen. -bw.de

 

Auch auf den Internetseiten  beider Trägerorganisation (www.waldarbeitermeisterschaften-bw.de und www.sdw-bw.de) können sich Interessierte über die Einsatzmöglichkeiten der Waldkönigin informieren. 

 

Ergänzende Fachinformationen

„Tschor mos“ – der Name der Walnuss in Farsi, einer Sprache, die in Afghanistan gesprochen wird und soviel bedeutet wie vier Hirne (ein Hinweis auf das Aussehen der Nüsse, die an das menschliche Gehirn erinnern) oder der lateinische Name „Juglans regia“, der für königliche Frucht des Jupiters, dem höchsten Gott des Altertums steht, verdeutlichen diesen Stellenwert. Heute kann diese Baumart im Rahmen der Klimadiskussion wieder eine größere Rolle spielen. Als wärmeliebende Baumart scheint sie gegen den Klimawandel gut gerüstet zu sein. Ursprünglich südlich der Alpen beheimatet, wurde sie von den Römern aufgrund ihres vielfältigen Nutzens über ganz Europa verbreitet. Ihre Früchte sind nicht nur wegen ihres Geschmackes, sondern auch wegen ihrer gesundheitlichen Wirkung beliebt. Der Verzehr der Nüsse senkt den Cholesterinspiegel und wirkt damit Herz- und Kreislauferkrankungen entgegen. Das schön gemaserte Holz gehört zu den beliebtesten und wertvollsten Hölzern. Es wird zu Parkett, Möbeln und Gewehrschäften verarbeitet. Die Walnuss ist ein äußerst beliebter Garten- und Parkbaum. Im Wald wird sie aufgrund ihrer hohen Lichtbedürftigkeit allerdings oft verdrängt. Der Walnussbaum trägt bis zu 150 Kilogramm Nüsse pro Jahr, kann bis zu 25 Meter hoch werden und ein Alter bis zu 180 Jahren erreichen.

 

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald als eine der ältesten deutschen Umweltschutzorganisationen ist in einem Bundesverband sowie selbständigen Landes- und Kreisverbänden organisiert. Für den Landesverband Baden-Württemberg steht neben seinen Tätigkeiten als anerkannter Naturschutzverband (er ist auch Mitglied im Landesnaturschutzverband) und Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit (Durchführung von Pflanzungen) auch die Waldpädagogik im Vordergrund seiner Arbeit. Mit der Trägerschaft zusammen mit der Landesforstverwaltung im Haus des Waldes in Stuttgart sowie mit Waldjugendspielen, Klassenzimmern unter Bäumen, Erlebnispfaden bis hin zu Pirschgängen in weiteren waldpädagogischen Einrichtungen und Kreisen möchte die SDW die Lebensgemeinschaft Wald ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen. Das von der SDW ausgerüstete Waldinformationsmobil, besser bekannt als „Wald-i“, ein fahrbares Klassenzimmer auf vier Rädern, bringt die Geheimnisse des Waldes sogar an jeden gewünschten Ort.

 

Der Verein Waldarbeitsmeisterschaften, Landesverband Baden-Württemberg, hat die nachfolgend beschriebenen Ziele.

·         Die Ausrichtung und Förderung der baden-württembergischen Waldarbeitsmeisterschaften.

·         Die Förderung und Teilnahme von Mannschaften aus Baden-Württemberg an den deutschen und internationalen Meisterschaften.

·         Die Förderung nationaler und internationaler Wettbewerbe der Waldarbeit. Sie dienen der Jugendpflege, der Pflege traditionellem Brauchtums, sportlicher Betätigung und der Völkerverständigung.

·         Die Imagepflege des Forstwirt-Berufes und die Motivation für dieses Berufsbild.

Ziel der Meisterschaften ist die Infor­mation über den hochqualifizierten Ausbildungsberuf des Forstwirts. Die Besten aus Baden-Württemberg zeigen ihr Können und messen sich im Wettstreit, auch auf internationaler Ebene. Es werden die interessanten Zusammenhänge des Waldes dargestellt und Einblicke in die moderne Forstwirtschaft vermittelt.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Geschäftsstelle Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Baden-Württemberg e.V., Königsträßle 74, 70597 Stuttgart, Tel. 0711/674-1213