Die Einsatzkräfte im Rems-Murr-Kreis waren auf den Sturm Kyrill gut vorbereitet. Der Landkreis ist noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Das ist auch dem umsichtigen Verhalten der Einsatzkräfte von DRK-Leitstelle, Feuerwehren, Polizei, Katastrophenschutz, Forst und Straßenmeistereien zu verdanken.
Kreisbrandmeister Reinhard Kowalzik berichtet: „Hauptproblem im Rems-Murr-Kreis waren zahlreiche umgestürzte Bäume. Insgesamt wurden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag 17 Feuerwehrabteilungen alarmiert. In Rudersberg konnte ein Schulbus seine Fahrt fortsetzen, nachdem die Feuerwehr einen Baum von der Straße entfernt hatte.“
Die Straßenwärter des Rems-Murr-Kreises waren mit zwei Kolonnen ebenfalls im Einsatz, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu entfernen. Einsätze gab es hier unter anderem im Bereich Winterbach – Engelberg, Schorndorf – Oberberken sowie auf der Gemarkung Spiegelberg. Nach Auskunft des Landratsamtes waren alle Straßen im Rems-Murr-Kreis ab 7.30 Uhr am Freitag wieder befahrbar.
Bei der Integrierten Leitstelle des Rems-Murr-Kreises, die beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Waiblingen betrieben wird, gingen zwischen 15:00 Uhr (am Donnerstag) und 02:00 Uhr morgens (am Freitag) insgesamt 24 Meldungen ein. Die meisten Meldungen betrafen umgestürzte Bäume sowie Stromausfälle im Bereich Sulzbach, Spiegelberg und Murrhardt. Vereinzelt kam es auch zu kleineren Schäden an Dächern oder Vorbauten. Durch die frühzeitige Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes konnten die Straßenmeistereien des Landratsamts frühzeitig in Bereitschaft versetzt werden. Die Mitglieder des Katastrophenschutzstabes im Rems-Murr-Kreis wurden vorsorglich gebeten, ihre telefonische Erreichbarkeit sicherzustellen. Ein Einsatz des Stabes war aber letztendlich nicht erforderlich, weil die Aufgaben durch die vorhandenen Einsatzkräfte gut bewältigt wurden.
Der Sturm Kyrill ist nach einer ersten Bewertung des Landratsamtes sowie der Integrierten Leitstelle und der Feuerwehren mit dem früheren Sturm „Lothar“ nicht zu vergleichen. Nach Auskunft des Geschäftsbereichs Forst stehen in den Wäldern allerdings noch viele labile und teilweise angebrochene Bäume. Der Schaden beträgt nach ersten Schätzungen ca. 20.000 Festmeter Holz. Jetzt werde in den nächsten Tagen im Wald erst einmal eine Bestandsaufnahme gemacht und versucht, insbesondere die Waldwege wieder zu sichern. „Es wird deshalb in den nächsten Tagen dringend vor Waldspaziergängen gewarnt“, so der Erste Landesbeamte des Rems-Murr-Kreises Bernd Friedrich.