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Kulturlandschaften



Blick vom Stocksberg zum Raitelberg

Das Erscheinungsbild unserer Landschaft ist nicht nur durch geologische und klimatische Bedingungen bestimmt. Es ist auch das Ergebnis jahrhunderter langer menschlicher Eingriffe durch Siedlungs-, Straßenbau, Land- und Forstwirtschaft.

In weiten Teilen des Naturparks finden Sie naturnahe und standortstypische Mischwälder aus Fichte, Tanne, Buche und Eiche. Gegenüber dem Landesdurchschnitt von 38 % zeichnet sich der Schwäbisch-Fränkische Wald durch einen sehr hohen Waldanteil von 58 % aus. Auf dieser Waldfläche von 480 km² wachsen z.B. im Durchschnitt täglich rund 800 Festmeter Holz mit positiver Ökobilanz zu.



Historisches Sägegatter in Mainhardt - Hütten

Von der Gesamtwaldfläche im Naturpark sind 49 % meist bäuerlicher Privatwald, 36 % Staatswald und 15 % Körperschaftswald. Die Hauptbaumart im öffentlichen Wald ist mit ca. 45 % Flächenanteil die Fichte, es folgen Buche (18 %), Eiche und sonstige Laubbäume (15 %), Tanne (12 %), Kiefer, Douglasie, Lärche (zus. 10 %).
Vor dem Hintergrund der globalen Probleme einer großflächigen Waldvernichtung, der Klimaveränderung und wachsenden Müllbergen ist die nachhaltige Bereitstellung des umweltverträglichen Rohstoffes Holz eine zentrale Herausforderung der Forstwirtschaft.
Zum Beispiel stammt nur die Hälfte des in der Bundesrepublik verbrauchten Holzes aus heimischen Wäldern. Gleichzeitig werden nur 2/3 des nachhaltigen Holzzuwachses genutzt. Das heutige Konzept einer naturnahen multifunktionalen Waldwirtschaft sichert die Rohstoffversorgung und den Lebensraum für Menschen, Fauna und Flora auch für künftige Generationen.
Ein großer Teil der landwirtschaftlichen Flächen im Naturpark gehört zu den strukturschwachen Gebieten in Baden-Württemberg. Auf den kargen sandige Böden ist meist nur Grünlandbewirtschaftung mit Wiesen und Weiden und extensive Viehhaltung möglich. Für die Betriebe des geschlossenen Hofgutes bedeutet der dazugehörige Waldbesitz eine zusätzliche existenzielle Absicherung in Form von Rücklagenbildung im Waldbestand und Einkommen aus der Waldarbeit.

Die besseren Schwarzjura-Hochflächen um Welzheim, Alfdorf und der angrenzenden Frickenhofer Höhe bieten günstigere Anbaumöglichkeiten selbst für Ackerbau. Ebenso die im Norden und Westen angrenzenden fruchtbaren Lehmflächen der Hohenloher Ebene und des Neckarlandes. Am Keuperstufenrand überwiegen ertragreiche Sonderkulturen des Wein- und Obstbaus.


Der bäuerliche Familienbetrieb war über Jahrhunderte hinweg der Garant einer leistungsfähigen Landwirtschaft auch im Bereich des Naturparks. Ein Ergebnis dieser Bewirtschaftung ist das heutige Bild unserer Landschaft. Die seit Jahren zu verzeichnenden strukturellen Veränderungen in der Landwirtschaft führen langfristig zu einer gravierenden Änderung des gewohnten Landschaftsbildes. Wo eine Fortführung der traditionellen Landnutzung nicht mehr rentabel ist, entfällt auch die "kostenlose" Landschaftspflege durch die Landwirte. Immer mehr Flächen werden aufgeforstet.

Sie können zur Unterstützung der heimischen Landwirte und im weiteren Sinne der Erhaltung und Pflege unserer charakteristischen Landschaften beitragen. Nutzen Sie bei Ihrem nächsten Ausflug in den Naturpark die Möglichkeiten zum Einkauf bei den Bauernhöfen mit Direktvermarktung. Das Angebot reicht von frischem Gemüse, Obst, Wurst, Fleisch, Eiern, Backwaren bis zu Saft, Most oder Wein.