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Eichenprozessionsspinner – eine Gefahr für den Menschen?



Eichenprozessions-
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Obwohl der Sommer gerade Pause macht, scheint der Eichenprozessionsspinner wieder vital. Zu Hunderten wandern ca. 4 cm lange behaarte Raupen oft in mehrreihigen Prozessionen am Stamm von Eichen entlang, auf der Suche nach Nahrung. Die Raupen fressen gesellig an den Blättern von einzelnen oder an Waldrändern stehenden Eichen. Die Fraßperiode erstreckt sich bis in den Juli. Ab dem 5. Raupenstadium bilden die Raupen die typischen „Raupennester“ (s. Bild). Bis zur Verpuppung durchlaufen die Raupen 6 Larvenstadien, um dann nach 3 bis 6 Wochen Puppenruhe als Falter zu schlüpfen. Für den Baum ist der teilweise Kahlfraß in der Regel gut zu verkraften. Was ist jetzt an den netten kleinen Raupen so gefährlich?

 

Gesundheitliche Probleme

 

 Ab dem 3. Larvenstadium werden Gifthaare ausgebildet, die bei Kontakt mit älteren Raupen sehr unangenehme Hautreaktionen hervorrufen. Die Gift- oder Brennhaare, auch Spiegelhaare genannt, sind mit Stacheln versehen und hohl. Beim Eindringen in die Haut brechen die Haare ab und entlassen die in ihnen gespeicherten löslichen Proteine. Der Hautkontakt mit diesen Haaren bewirkt eine Dermatitis, die sich in Hautrötungen, leichter Schwellung, schmerzhaftem Brennen und Juckreiz äußert. Oft treten Quaddeln am ganzen Körper auf. Eine besonders unangenehme Belästigung tritt durch Schleimhautreizungen an der Mund- und Nasenschleimhaut auf, die unter Umständen zu Bronchitis und schmerzhaftem Husten führen. Bei entsprechend disponierten Personen kann es zu Asthma-Anfällen oder einem Allergie-Schock kommen.

 

Vorsichtsmaßnahmen

 

- Der Eichenprozessionsspinner tritt nur an Eichen auf

- Bevorzugt sind Einzelbäume und Waldränder

- Die Haare der Larvenhäute behalten ihre Giftwirkung über Jahre, deshalb auch alte Raupennester nicht berühren

- Beachten, dass sowohl von lebenden Raupen wie auch von den Larvenhäuten eine Gefahr ausgeht

- Keine Nester aus Neugierde zerpflücken

 

Gegenmaßnahmen

 

Bei starkem Eichenprozessionsspinner-Befall kann es vor allem in öffentlichen Anlagen (Grillplätze, Kindergärten, Schulen, Schwimmbäder, Friedhöfe, Parks,…) erforderlich sein, zum Schutze der Bevölkerung den Prozessionsspinner zu bekämpfen. Hierbei sind zwei Methoden möglich:

Die gebräuchlichste Methode ist die mechanische Entfernung unter Tragen von Vollschutzausrüstung durch Feuerwehren oder Bauhöfe. Daneben ist bis zum 3. Larvenstadium (also vor Ausbildung der Gifthaare) eine Bekämpfung mit Bacillus-thuringensis-Präparaten (Häutungshemmer) möglich.

Sollten diese Raupennester oder die Prozessionen an kritischen Plätzen entdeckt werden, melden Sie dies an die zuständigen Gemeindeverwaltungen, die dann weitere Maßnahmen entscheiden.