Die europäische Schwarz Pappel gehört zu den Baumarten, die eigentlich weit verbreitet sein müssten, aber inzwischen so selten geworden sind, dass sie in den roten Listen bedrohter Pflanzenarten stehen.
Die Gründe dafür sind vielfältig: Vor allem Veränderung (Grundwasserabsenkungen) und Verluste (Rodung) natürlicher Flussauen durch Menschen sowie vermehrte Verwendung von anderen, noch rascher wachsenden nicht heimischen Pappelarten oder Kreuzung mit ihnen. So kommt es, dass ältere, echte Schwarz Pappeln schon eine kleine Sensation sind. Sie werden daher in mehreren Ländern Europas und einigen Deutschen Bundesländern erfasst und kartiert.
Unverwechselbare Erkennungsmerkmale: Fast so breite wie hohe Kronen mit weit ausladenden Ästen und mit ziemlich großen Blättern, die schon bei leichtem Wind auffallend flattern. Bei alten Bäumen eine richtig schöne, eindrucksvolle dunkle Netzborke, Brettwurzeln und Wülste/Knollen mit jungen Trieben. Die Blätter (dreieckiger, rautenförmiger Umriss, lang ausgezogene Spitze) sitzen an einem ca. 8 cm langen Stiel, der nicht rund, sondern seitlich zusammengedrückt ist. Die Blätter werden durch die Luftbewegung gekühlt, die Verdunstung wird gefördert, dadurch wird der Wasserstrom aus den Wurzeln mit den in ihnen gelösten Nährstoffen beschleunigt und das führt ausschließlich zur Anregung des Wachstums. Die Blüten der Schwarzpappel sind in ca. 10 cm langen, unauffälligen Kätzchen und erscheinen im April vor dem Laubaustrieb. Dadurch wird die Verbreitung des Pollens nicht über die schon vorhandene Belaubung behindert. Auf einem Baum befinden sich entweder nur männliche (rötlich) oder nur weibliche (gelbgrün) Blüten. Das blühfähige Alter ist bereits mit 10 Jahren erreicht. Die Früchte sind Kapseln, die schon Ende Mai/Anfang Juni reif sind. Sie platzen am Baum auf und lassen die flaumigen Samen herausfallen. Der Wind trägt die Wattebüschel über weite Strecken. Fast jeder kennt diesen Pappelschnee. Interessant kann die Verwendung des Pappelflaum als Füllung von Kissen und Decken und neuerdings auch als Isoliermaterial werden. Die Fasern halten so warm wie Daunen, leiten aber wesentlich besser und schneller die Feuchtigkeit weiter.
Der Name Schwarz Pappel geht auf die im Vergleich zu anderen Pappeln dunkle Rinde zurück. Ältere Bäume bilden eine eindrucksvolle Netzborke aus. Die Wurzeln können sich sehr weit vom Stamm aus im Oberboden ausbreiten. Sie wachsen aber nicht unter die mittlere Grundwasserlinie und sind daher als Uferbefestigung nur bedingt geeignet. Schwarz Pappeln können 35 Meter hoch und 2 Meter dick werden. Ihr Höchstalter sind beachtliche etwa 200 Jahre.
Weltweit gibt es etwa 60 Pappelarten. Die zweifelsfreie Bestimmung zum Beispiel einer Schwarz Pappel erfolgt durch einen Gentest.
Die Heimat der Schwarz Pappel ist ganz Europa, ausgenommen der Norden wegen des Wärmebedarfs. Wegen ihres hohen Licht-, Wasser- und Nährstoffbedarfs gehört die Schwarz Pappel zu den konkurrenzschwachen Baumarten, die fast nur in natürlichen Weichholzauenwäldern direkt am Flussufer eine Chance haben. Eine große Zahl von Insekten lebt auf Pappeln, einige speziell auf der Schwarz Pappel.
Das Holz hat nur eine geringe Nutzholztauglichkeit, eignet sich aber gut zur Herstellung von Spanplatten und Zellstoffen. Bekannt: Holzschuhe. Zukunftsträchtig sind Energieholzplantagen (kein Wald!). Mit Schwermetallen belastete Böden lassen sich mit Pappeln entgiften. In der Naturheilkunde Verwendung als Tee, Creme, Salben, medizinischer Spiritus und Kohle. In der Antike galt die Pappel als Baum der Trauer und der Unterwelt.